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Stadtporträt: Sieben Tage in Guanajuato

Hier geht es drunter und drüber! Neben den bergigen Straßen mit wundervollen Aussichten ist Guanajuato vor allen Dingen für seine zahlreichen Tunnel bekannt. Und für seine Mumien…

Panorama Guanajuato

Beinahe alle sind sich einig: Guanajuato ist unter den Mexiko-Reisenden eine absolute Favoritenstadt. Auch ich bin hier eine gute Woche hängengeblieben. Und das lag nicht nur daran, dass gleich um die Ecke das L4TIDO-Festival stattfand.

Rund ein Viertel der 75.000 Einwohner von Guanajuato sind Studenten – das macht die Stadt sehr jung und lebendig. Dazu kommt, dass sich die ehemalige Silberstadt mit ihren farbenfrohen Häusern, schmalen Kopfsteinpflasterstraßen und überragenden Aussichten extrem fotogen präsentiert.

Schon kurz nach meiner Ankunft war ich ergriffen vom lebhaften Charme der Stadt. Trotz der kompakten Ausmaße sollte man die Entfernungen allerdings nicht unterschätzen: Mein Hostel sah auf der Karte gar nicht so weit entfernt von der Bushaltestelle aus – allerdings habe ich die Rechnung ohne den Höhenunterschied und den damit verbundenen knapp 400 Stufen gemacht, die es schwer beladen zu erklimmen galt.

Solche Leibesübungen sind hier an der Tagesordnung. Doch zum Glück gibt es eine Seilbahn, die einen fix von Berg nach Tal und vice versa befördert.

Das ständige Auf und Ab ist hier Standard. Dafür wird man mit wunderbaren Panoramen belohnt. Einer der bekanntesten Aussichtspunkte ist das Monument El Pípila im Süden von Guanajuato. Es befindet sich entlang der Straße Panorámico, die entlang der Hänge um die gesamte Stadt führt. Besonders schön ist es, diesen Ort in der Dämmerung aufzusuchen, wenn die Lichter im Tal angeknipst werden.

Dort wiederum, unterhalb der Innenstadt, verzweigen sich zahlreiche Tunnel, die man fußläufig erkunden kann. Verlaufen ist in diesem unterirdischen Labyrinth garantiert! Das außergewöhnliche Stadtbild und die umliegenden Minen haben Guanajuato sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe gemacht.

Guanajuato am Abend

Im Zentrum wimmelt es tagsüber nur so von Straßenmusikern, Impro-Theater-Schauspielern und Harlekins. Der kulturelle Input, die Lage im Tal und der hohe Studentenanteil haben mich sofort in meine Studienzeit in Jena zurückversetzt.

Wer mit dem Gedanken spielt, Guanajuato zu besuchen, sollte an einem Donnerstag aufkreuzen. Dann ist nämlich Studententag! Alle jungen Leute sind abends auf den Beinen und lassen sich von Spezialaktionen in die zahlreichen Bars, Clubs und Kneipen locken.

Dann sollte man unbedingt einen Burro probieren: Das ist Bier, von dem ein paar Schlücke abgetrunken werden, und mit Tequila sowie Mezcal wieder aufgefüllt wird. Viel Spaß am nächsten Morgen! Wer Mezcal solo probieren möchte, den lege ich Mezcalito ans Herz, eine Mezcaleria im Zentrum mit einer unglaublich großen Auswahl. Am Morgen danach wirkt ein luftiger Spaziergang über die Panorámico wahre Wunder.

Guanajuato ist aber nicht nur Feierei. Die Stadt trumpft mit einem weltweit einzigartigen Museum auf, dem Museu de las Momias. Hier werden jahrhundertealte Mumien ausgestellt, teils auch Kinder und Babys. Der trockene Boden und das Klima haben dafür gesorgt, dass die Leichen aus dem 19. Jahrhundert nicht verwesen. Reichlich obskur und nichts für schwache Gemüter. Fotos möchte ich an dieser Stelle lieber ersparen. Auf Wikipedia gibt es ein paar weitere Infos.

Ein Besuch in Guanajuato lohnt sich also definitiv – diese Stadt sollte auf der Must-See-Liste einer jeden Mexiko-Reise sein. Freundliche Bewohner, außergewöhnliches Stadtbild, viel zu tun. Was will man mehr?

Guanajuato am Abend

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