Zum Inhalt springen

Isla de Ometepe: Wenn nur ein Vulkan nicht genug ist

Strand, Berge oder Dschungel? Auf der Isla de Ometepe muss man sich nicht entscheiden. Dort bekommt man auf kleinstem Raum alles geboten.

Sonnenuntergang am Punta Jesús Maria.

Fangen wir mit einem Superlativ an: Isla de Ometepe ist die weltweit größte Vulkaninsel in einem Süßwassersee. Okay, das ist zugegebenermaßen ein ziemlich spezifischer Rekord – aber durchaus ein guter Grund für mich, diese Insel ins Visier zu nehmen. Langsam spricht sich unter den Reisenden in Nicaragua herum, dass dieses ruhige Eiland, das von oben betrachtet wie eine riesige Brille im Nicaraguasee liegt, beste Möglichkeiten zum Wandern und Entspannen bietet. Gleich bei der Ankunft bietet sich den Ankommenden ein erstaunliches Bild: Auf vergleichsweise engem Raum ragen der Vulkan Concepción – einer der aktivsten Vulkane des Landes – und der erloschene Vulkan Maderas in die Höhe.

Da der für Wanderungen sehr beliebte Vulkan Concepción des Öfteren von Wolken bedeckt ist, braucht es durchaus ein wenig Glück, um einen guten Tag zu erwischen. So dauert es bei mir gute drei Tage, bis es bei mir in Richtung Krater gehen soll. Auch wenn das mein Hauptanliegen ist, wird es in der Zwischenzeit gewiss nicht langweilig: An jeder Ecke der Insel warten Motorrad- und Mopedverleiher auf Kunden. Eine Gelegenheit, die man unbedingt wahrnehmen sollte, denn so eine Spritztour um die grüne Insel, die alle paar Kilometer von kleinen Dörfchen gesprenkelt ist, befreit die Seele ungemein. Zudem hat sich am Punta Jesús Maria, dem Westzipfel der Insel, ein absoluter Hotspot zur Beobachtung von Sonnenuntergängen etabliert. Was es dort jeden Abend aufs Neue für Schauspiele zu bestaunen gibt, ist einfach nicht von dieser Welt.

Während der Vulkan Maderas durch eine Kraterlagune besticht, punktet der Vulkan Concepción auf über 1700 Metern mit einer Aussicht über die gesamte Insel bis zum Festland von Nicaragua. Beide Wanderungen benötigen unbedingt einen erfahrenen Führer, da die ersten Stunden durch dichten Dschungel führen und die Wege sich mit zunehmender Höhe immer mehr in Schutt und Geröll verlieren. Zudem lernt man einiges über das Leben der zahlreichen Tiere und Pflanzen im üppigen Grün am Fuße der Vulkane. Unter den 30.000 Bewohnern der Insel gibt es zahlreiche erfahrene Naturburschen, die ihre Dienste anbieten. Ein bisschen herumfragen schadet also nicht. Ich bin an diesem Tag jedenfalls sehr froh, dass ich mich nicht alleine auf den Weg zum Krater gemacht habe. Wenn man auf rund 1000 Metern Höhe von einer dicken, wabernden Wolkendecke umschlungen wird, die jegliche Navigation um ein Vielfaches erschwert, ist so ein Guide wahrlich nicht die schlechteste Idee.

Mit den beiden Vulkanen hat die Insel aber noch lange nicht all ihre Vorzüge ausgespielt. Auf Ometepe gibt zahlreiche weitere Aktivitäten für alle, die sich gerne in der Natur aufhalten: Kayaktouren, einen Wasserfall, Petroglyphen und eine Schokoladenfarm mit unfassbaren Mahlzeiten, nur um einige zu nennen. Wie das immer so ist, habe ich auf meinem rund einwöchigen Aufenthalt nur einen Bruchteil der Erlebnisse mitnehmen können. Aber alleine die malerischen Sonnenuntergänge, die überpräsenten Vulkane und das Gefühl des Friedens, das sich über die ganze Insel zieht, sind eine Reise auf die Isla de Ometepe wert.

Sonnenuntergang am Punta Jesús Maria.

Wie hinkommen: Am einfachsten erreicht man die Insel mit einer Fähre von San Jorge aus – ein kleines Örtchen, das man gut vom Verkehrsknotenpunkt Rivas aus erreichen kann. Von da aus fährt die Fähre nach Moyogalpa (60 Minuten) oder San José del Sur (80 Minuten) im Westteil der Insel. Weitere Informationen gibt es auf ometepenicaragua.com.

Sei der Erste der einen Kommentar abgibt

    Was denkst du?