Zum Inhalt springen

Palapa: Zwischen Stahl, Holz und Neonlicht

Als ich in den Jahren 2024 und 2026 die Gelegenheit bekam, die Entstehung der Palapa Stage auf dem Fusion Festival fotografisch zu begleiten, verschmolz meine Leidenschaft für Fotografie mit meiner Begeisterung für Festivals. Seit Jahren fasziniert mich der einzigartige Geist des Fusion Festivals – nun durfte ich selbst einen kleinen Teil dieser Geschichte mit der Kamera festhalten. In den frühen Sommermonaten der Jahre 2024 und 2026 begleitete ich die Verwandlung einer ruhigen Wiese im Osten Deutschlands in einen pulsierenden urbanen Kosmos. Über mehrere Wochenenden hinweg pilgerte ich zum Gelände des Fusion Festivals in der Mecklenburgischen Seenplatte und sah zu, wie Stahl und Holz zu einer ganz eigenen Welt mit einem eigenen Regelsystem heranwuchsen. Der Palapa-Bereich entstand als architektonisches Gedankenexperiment, inspiriert von den chaotischen Häuserschluchten Kowloons, den Neonlichtern Tokios und den dystopischen Visionen von Blade Runner.










Der Bauprozess auf dem ehemaligen Militärflughafen in Lärz war beeindruckend: In organisierter und strukturierter Zusammenarbeit, aber mit maximalen Freiraum für eigene Ideen arbeiteten bis zu hundert Menschen gleichzeitig auf dem Gelände – schraubend, hämmernd, malend, verkabelnd. Menschen mit unterschiedlichsten Fähigkeiten teilten ihr Wissen und ihre Momente der Kreativität. Für die Dekoration der Fassaden wurden Lastwagen voller recycelter Materialien aus Rekonstruktionen und Renovierungen von Wohn-, Gewerbe- und Industriegebäuden beschafft.

Als das Festival seine Tore öffnete, füllte sich das 1200 Quadratmeter große Zelt mit Tausenden Besuchern. Was ich dort sah, war exakt das, wofür Monate der Planung und des Aufbaus nötig waren – ein funktionierender Raum, in dem Menschen für eine kurze Zeit lang aus der Monotonie des Alltags ausbrechen und in eine neue Welt eintauchen konnten.








Umgesetzt wurde Palapa vom Wanderzirkus e.V., ein Kollektiv, das 2014 von Kindheitsfreunden aus Hannover und Berlin gegründet wurde. Als dezentrales Netzwerk von Menschen mit unterschiedlichsten beruflichen Hintergründen und Nationalitäten schaffen sie immersive Erlebnisräume, die ihren Ursprung in der elektronischen Musik- und Festivalszene haben. Palapa ist kein statisches Projekt – Teile davon haben bereits den Moloch Club in Hamburg, das Moyn Moyn Festival in Norddeutschland und das Undercity Festival in Warschau besucht, wo das Konzept jeweils an die spezifischen Orte und künstlerischen Anforderungen angepasst wurde. Schaut doch mal auf ihrer Webseite vorbei!

    Was denkst du?