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Die Cenotes von Yucatán

Damals benutzten die Mayas sie als Opferstätten, heute bieten einen idealen Rückzugsort vom Trubel entlang der Riviera Maya: Die Cenotes in Mexiko übten schon immer eine magische Anziehungskraft auf die Menschen aus. Hier möchte ich einige der schönsten vorstellen.

Um mal weit auszuholen: Vor 66 Millionen Jahren soll ein Meteorit das Aussterben der Dinosaurier verursacht haben, so die Theorie. Fakt ist jedoch, dass der Himmelskörper unmittelbar nördlich der Küste von Yucatán eingeschlagen ist. Der gewaltige Aufprall hat in einem Radius von ca. 80 Kilometern Umkreis etliche Höhlen zum Einsturz gebracht und Grundwasser freigelegt.

Diese neu entstandenen, meist unterirdischen Seen gehören mittlerweile zu den schönsten Badestellen, die man sich vorstellen kann: Kristallklares Süßwasser, Fische ohne Ende und eine spannende Umgebung laden zum Baden und Schnorcheln ein.

Besonders für Taucher haben die so genannten Cenotes eine riesige Anziehungskraft, da viele davon unter Wasser durch kilometerlange Höhlensysteme verbunden sind. Kein Wunder, dass sie in den letzten Jahren erfolgreich vermarktet worden sind und immer mehr Reisende anlocken. Ein paar der schönsten Cenotes zum Tauchen und Schnorcheln finden sich um die Städte Tulum, Valladolid und Mérida.

Casa Cenote in Mexiko unterwasser
Casa Cenote

Cenotes bei Tulum 

Cenote Calavera (“Temple of doom”)

Dieser ruhige Ort ist ein guter Anfang, um eine Vorstellung von einer Cenote zu bekommen. Er ist wesentlich ungefährlicher, als der Name es vermuten lässt: Der Spitzname “Temple of Doom” hat sich durchgesetzt, da die drei Löcher im Boden mit etwas Phantasie einen Schädel bilden. Im größten Loch kann man Fische beobachten oder tauchend die unterirdischen Höhlen erforschen, die sich in alle möglichen Richtungen verästeln. Das gesamte Ausmaß dieser Cenote lässt sich von außen jedoch nur erahnen.

Ein nettes Plätzchen ohne viel Trubel, aber dafür sehr klein.

Eintritt: 100 Pesos

Gran Cenote

Von allen Cenotes um Tulum ist dies die größte. Dementsprechend zieht sie für ein saftiges Eintrittsgeld zahlreiche Touristen an, die sich in einer Bilderbuch-Umgebung erfrischen. Hier lohnt sich das Schnorcheln und Tauchen doppelt, da es neben der atemberaubenden Anzahl von Fischen tolle Felsformationen zu bestaunen gibt. Ein weiteres Highlight ist die kleine Schildkrötenfarm inmitten der Cenote.

Eintritt: 150 Pesos

Cenote Cristal & Cenote Escondido (“Mayan Blue”)

Cristal und Escondido haben wohl das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Während viele Cenotes um Tulum ca. 100 Pesos und mehr kosten, kann man hier für 120 Pesos gleich zwei wunderschöne, offenliegende Cenotes erkunden. Etliche Möglichkeiten zum Entspannen sind rundherum gegeben. Von allen Cenotes wohl die friedvollsten.

Eintritt: Beide 120 Pesos

Casa Cenote

Die Casa Cenote liegt unscheinbar entlang des Highways in Richtung Norden, nahe der Küste. Das besondere hier ist der längliche Aufbau, sodass sie sich auch oberirdisch mehrfach verästelt. Auch hier tummeln sich zahlreiche Fische – und mit Glück kann man sogar Krokodile erspähen.

Eintritt: Eigentlich 120 Pesos, bei unserem Besuch wollte jedoch niemand Geld sehen.

Cenote Dos Ojos

Diese Cenote ist landesweit bekannt und eine der teuersten. Dafür bekommt man eine erstaunliche Kulisse mit mehreren Badeplätzen und einem netten Hängemattenbereich geboten. Besonders Taucher kommen voll auf ihre Kosten, da der Unterwasserbereich riesig ist.

Eintritt: 200 Pesos

Cenotes bei Valladolid

Cenote Zaci

Zaci liegt direkt in der Innenstadt von Valladolid und ist somit die am einfachsten zugängliche. Der Preis ist erschwinglich und wer sich traut, kann von ca. 5 Meter ins kühle Nass springen. Fische gibt es hier weniger zu sehen und es kann durchaus voll werden, da hier regelmäßig Touristengruppen halten. Die angenehme Lage und der günstige Preis sprechen jedoch für einen Besuch.

Eintritt: 30 Pesos

Cenote Ik Kil

Geführte Touren nach Chichen Itza beinhalten meistens einen Besuch der nahe gelegenen Cenote Ik Kil. Die Menschenmassen trüben ein wenig die Freude über diesen spektakulären Ort. Es ist keine Seltenheit, dass man anstehen muss, um überhaupt ins Wasser zu kommen und  während des Schwimmens muss man aufpassen, keinen Fuß ins Gesicht zu bekommen. Doch irgendwo findet man dann doch ein Plätzchen um sich ins Wasser zu legen, nach oben zu schauen und die gewaltige Höhlenformation zu genießen.

Eintritt: 80 Pesos

Cenote X´Canché

In der Nähe der Maya-Ruine Ek Balam liegt die Cenote X´Canché. Die wunderbare Lage mitten im Dschungel entschädigen die ausbaufähige Sanitärsituation und den zwei Kilometer langen Fußmarsch zum Eingang. X´Canché gehört außerdem zu den weniger besuchten Cenotes, sodass man nach einem Tag in der Hitze der Ruinenstätte einen prima Ort zum Abkühlen hat. Schnorchelfreunde kommen hier wegen des vergleichsweise trüben Wassers weniger auf ihre Kosten.

Eintritt: 50 Pesos

Geheimtipp: Cenotes in Homún bei Mérida

Homún ist ein kleines, verschlafenes Dörfchen unweit von Mérida. Das besondere an Homún ist die Vielzahl von Cenotes, die man hier für einen Spottpreis besuchen kann. Wir haben uns die Cenotes Tza Ujun Kat im Westen und Santa Maria etwas weiter östlich angeschaut.

Tza Ujun Kat glänzt mit einem riesigen Loch, durch das die Sonne den gesamten Raum flutet. Santa Maria hingegen befindet sich versteckt im Hintergarten eines Wohnhauses. Die dort lebende Familie verwaltet den Eintritt und verwahrt gegen einen kleinen Beitrag das Reisegepäck. Um bis ans Ende dieser unterirdischen, mit Wasser gefüllten Höhle zu kommen, muss man einige Meter durch hüfttiefes Wasser waten. Am Ende wartet eine wunderbare Badestelle inmitten von hunderten Stalagtiten.

Weitere Infos zu den bekanntesten Cenotes in Homún findet man auf der Seite von Yucatansecrets.

Eintritt: Je 20 Pesos

Wer noch mehr sehen möchte: Drei weitere Cenotes nahe Cobá werden auf dem Reiseblog 101places.de vorgestellt.

Anfahrt:

Viele Cenotes um Tulum kann man gut mit dem Fahrrad erreichen. Allerdings führt der Weg entlang des heißen und staubigen Highways. Sonnenschutz nicht vergessen! Je nach Kondition benötigt man ca. 20 Minuten in Richtung Westen (Escondido & Cristal), 15 Minuten in Richtung Norden (Temple of Doom & Gran Cenote) oder 40 bis 50 Minuten in Richtung Nordosten (Casa Cenote & Dos Ojos). Lohnenswert ist da ein Hostel mit Fahrradverleih – direkt an der Kreuzung zu den Ruinen befinden sich zwei davon.

Die Cenotes in Valladolid verbindet man am besten mit einem Besuch der nahe gelegenen Ruinen Ek Balam (Cenote X´Canché) und Chichen Itza (Ik Kil). Minibusse fahren aus der Innenstadt regelmäßig, genaue Zeiten erfragt man am besten am Busbahnhof. Neben den hier beschriebenen Cenotes gibt es noch einige weitere, die via Leihfahrrad erreichbar sind.

Auch der Weg von Mérida nach Homún stellt kein größeres Problem dar. Am besten am Vortag zum Busbahnhof gehen, Zeit erfragen, Ticket kaufen und los geht’s. Dort ist alles in Laufentfernung. Auf die Angebote der Motorradfahrer braucht man also nicht eingehen. Zurück nach Mérida fährt der letzte Minibus um 18 Uhr.

2 Kommentare

  1. Coole Zusammenstellung. Ich habe vor kurzem einige Cenoten um Merida besucht, die waren auch richtig toll. Bei einem Yucatan-Besuch sollte man auf jeden Fall einige Cenoten einplanen. In der oben erwähnten Cenote Zaci bei Valladolid war ich auch. Nicht die schönste, aber in der Tat praktisch (und wie immer erfrischend).

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